Wut, Angst, Trauer: So hilfst du deinem Kind mit seinen Gefühlen umzugehen

Warum es so wichtig ist, dass dein Kind lernt, seine Emotionen zu regulieren und wie du deinem Kind im Alltag dabei helfen kannst mit seinen Gefühlen umzugehen- das alles liest du in diesem Artikel.

Der Hirnforscher John Medina rät Eltern die glückliche Kinder haben wollen vor allem eins: Ihren Kleinen beizubringen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Denn seine und andere Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Menschen, die ihre Emotionen regulieren können, bessere und längere Freundschaften haben und insgesamt glücklicher sind.

Emotionsregulation als Grundlage für Glück

Als ich das gelesen habe, war mein erster Gedanke: Diesen John Medina und seine Kollegen würde ich gerne zu mir nach Hause einladen, wenn ich gerade die falsche Nudelform für meine Dreijährige gekocht habe. Und dann soll er mir mal etwas über Emotionsregulation erzählen – natürlich nur, wenn ich ihn durch das Gebrüll überhaupt höre.

Aber, ein paar Zeilen weiter hält John gleich mal einen Riesentrostpflaster für alle Mamas von starken Kindern bereit: Unsere Kleinen werden nämlich mit ihren Gefühlen so richtige erst dann umgehen können, wenn sie schon mit ihrer Ausbildung fertig sind oder mitten im Studium stecken– eben erst zwischen ihrem 21.  und 25. Geburtstag. Davor ist ihr Gehirn noch nicht reif genug, um Gefühle komplett im Griff zu haben.

So lernen Kinder mit Gefühlen umzugehen

Dank der Forschung wissen wir nun, dass unsere Kinder keine Freunde haben werden, wenn sie allen anderen Kindern ständig ihr komplettes Gefühlschaos entgegenschleudern werden. Und dass sie bis 21. Jahre nichts dafür können.

Bevor du dir eine riesige Ration Valium besorgst und versucht die nächsten 18 Jahre des unreifen Gehirns einfach nur zu überstehen, kommen ein paar wichtige und  praktische Tipps von uns: 

Tipp #1: Gefühle zulassen

Kinder dürfen ihre Gefühle zeigen und ausleben. Denn bevor sie lernen mit all der Wut, Angst und Verzweiflung umzugehen, müssen sie sie erstmal fühlen können.

Und ja – es ist scheiße für uns Moms und Dads. Und für manche von uns ist es super peinlich, wenn sich das Kind vor der Kasse auf den Boden wirft und so stark schreit und strampelt, dass die Oma am Ende der Schlange am liebsten einen Exorzisten rufen würde.

ABER das ist alles unser eigenes Problem, weil wir Erwachsene lernen müssen, gelassen zu bleiben und unsere Kleinen durch diese Gefühle zu begleiten.

Und das Problem der Supermärkte. Denn ganz ehrlich: Wer mit einer Quengelzone versucht, Eltern eine Grube zu graben, hat es auch verdient mehrmals am Tag da selbst hineinzufallen.

Tipp #2: Gefühle unterscheiden lernen

Kinder können oft noch nicht zwischen ihren Gefühlen unterscheiden. Gerade für die Kleinsten ist Angst, Wut, Trauer und manchmal auch einfach Müdigkeit, Durst und Hunger eine große Masse.

Hilf deinem Kind, all die Gefühle zu unterscheiden, indem du mit deinem Kind darüber sprichst. Natürlich nicht direkt in einem Wutanfall, sondern erst danach – wenn der Wutrausch vorbei ist und sich ALLE beruhigt haben.

Tipp #3: Gefühle von anderen Menschen erklären

Ob nun Geschwister, Freunde aus dem Kindergarten, oder Tanten, Großeltern und Nachbarn – kleine und große Menschen im Umfeld von deinem Kind sind auch mal wütend, traurig, müde oder ängstlich. Und nicht immer zeigen sie ihre Gefühle so, dass dein Kleiner sie richtig interpretiert. Erklär deinem Mini also, dass der Lieblingskindergartenfreund gerade etwas Blödes gesagt hat, weil er wütend/traurig/müde ist. Wenn du es kannst, dann versuch gleich auch zu erklären, was die Ursachen für dieses Gefühl ist. So hilfst du deinem Kind nicht nur zu verstehen, warum sein Freund gerade etwas Böses zu ihm gesagt hat, sondern auch Emotionen zu sortieren und auch anderen Menschen zu vergeben.

Tipp #4: Über Gefühle lesen und sprechen

Es gibt super Bücher, die deinem Kind helfen, die einzelnen Gefühle zu unterscheiden.

Hier kommen meine zwei absoluten Lieblings-Kinderbücher über Gefühle

Lieblings-Kinderbuch über Gefühle: Mein großes Buch der Gefühle

Ich liebe dieses Buch über Gefühle! Vor allem weil es so unglaublich praktisch daherkommt. Auf jeder Seite bekommt dein Kleiner gleich mal einen Tipp, was er machen kann, wenn er das Wutmonster spürt oder wenn Frau Schüchternheit wieder zu Besuch gekommen ist. Unbedingt lesen!

Super schönes Kinderbuch über Gefühle: Das Farbenmonster

Ein schönes Pop-Up Buch, das deinem Kleinen helfen wird, die einzelnen Gefühle zu entwirren und sogar in einzelne Gläschen zu packen. Und da die Geschichte so klar und einfach ist, kannst du dieses Buch auch schon mit deinem zweijährigen durchschauen.

Ein kleines ABER muss ich diesem Buch allerdings verpassen: Es ist ein kleines Kunstwerk, dass nicht wirklich für neugierige, kleine Kinderhände gefertigt wurde. Wenn du also willst, dass diese Buch mehr als nur zwei Leserunden übersteht, dann hol es am besten nur raus, wenn du es mit deinem Kind gemeinsam liest. Ansonsten wird es dir dein Mini in Rekordzeit in seine Einzelteile zerlegen und du kannst es danach vielleicht noch als Puzzel verwenden;-).

Tipp #5: Gefühle vorleben

Dein Kind wird schneller lernen mit seinen Gefühlen umzugehen, wenn du ihm ZEIGST wie das geht und nicht nur SAGST und VORLIEST.

Hast du deine Kleine gerade angeschnauzt weil sie das Glas Milch umgeworfen hat oder vielleicht doch eher weil du müde bist und gestern Nacht nicht geschafft hast, diese super wichtige Präsentation fertig zu machen? Dann sagt es auch genauso!

„Ich bin nicht böse auf dich! Ich bin genervt/müde/gestresst weil ich einfach zu wenig geschlafen habe/zu spät dran bin/ so viel Arbeit habe. Aber es hat wirklich nichts mit dir zu tun.“

So lernt dein Kind zum einen, dass er nicht der Grund ist für deine schlechte Laune und zum anderen, dass man Gefühle unterscheiden kann.

Laut Forschern gibt es neben dem Glücklichsein noch eine weitere Belohnung für die Fähigkeit, seine Gefühle im Griff zu haben: Erfolg. Und mit Erfolg meinten die Forscher in diesem Fall nicht unbedingt eine super steile Manager Karriere, sondern vor allem die Fähigkeit, selbstgesteckte Ziele zu erreichen. Im so genannten Marshmallow Test konnten sie feststellen, dass Kinder, die über einen gewissen Grad an Selbstkontrolle verfügen, als Erwachsene erfolgreicher sind.

Ob für dich nun der Erfolgsfaktor wichtig ist oder nicht, der Test ist super unterhaltsam anzuschauen! Dieses Video zeigt vier Kinder während des Tests und erklärt dir auch noch die Hintergründe aus Sicht der Forscher.

Und wie hilfst du deinem Kind mit Wut, Angst, Trauer, überschwänglicher Freude und dem ganzen übrigen Spektrum von Gefühlen umzugehen? Teile deine Hacks und Erfahrungen mit anderen Moms & Dads in unseren Kommentaren!

Dein Kind rockt!

Deine Ana

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