Diese Erziehungsratgeber musst du lesen!

Sie heißen Erziehungsratgeber oder Elternratgeber und führen oft wochenlang die Bestsellerlisten an. Manche wollen erklären, manche wollen belehren. Manche haben einen liebevollen Blick auf unsere Kinder und manche sehen in ihnen kleine Tyrannen. Ich zeige dir in diesem Artikel meine persönlichen Favoriten.

Wir liefern dir die coolsten Erziehungsratgeber für Kinder

  • die vielmehr Bücher über Kinder sind
  • mit einem liebevollen Blick auf unsere Minis
  • die dir helfen dein Kind und seine Phasen einfach besser zu verstehen, z.B.  wieso sich dein Mini ab und zu im Supermarkt auf den Boden wirft, sein Geschwisterchen beißt und nachts ständig zu euch ins Bett möchte.

Und zum Schluss verrate ich dir, an welchen Bestsellern du getrost vorbeilaufen kannst.

Erziehungsratgeber von Jasper Juul bis Remo H. Largo

Es gibt Eltern, die keine Ratgeber lesen und rein nach Bauchgefühl und Intuition erziehen. Dann gibt es Eltern, die eigentlich keine Ratgeber brauchen, aber bei gewissen Problemen gerne darauf zurückgreifen. Und dann gibt es solche, die Erziehungsratgeber super gerne lesen und alles verschlingen was Jasper Juul, Remo H. Largo & Kollegen je geschrieben haben.

Bevor ich mein erstes Kind bekommen habe, war ich definitiv eine der werdenden Moms, die Ratgeber abgelehnt haben. Ich wollte einfach nur nach Bauchgefühl erziehen und kein einziges Buch dafür in die Hand nehmen. Bevor ich dir meine Ratgeber-Lieblinge nenne, verrate ich dir, wieso sich das verändert hat und wieso ich jetzt in meinem Bücherregal Ratgeber zum Elternsein habe.

Wie ich zu Erziehungsratgebern kam

Ich war eine superglückliche Schwangere, mit einem tiefen Vertrauen in meine Mama-Intuition. Denn eigentlich brauchen Kinder doch nur Liebe und Vertrauen. Und eigentlich war ich sicher, dass ich schon alles fühlen werde und wissen werde, wie ich was machen muss.

Und dann kam meine kleine Löwin und schrie erstmal 6 Monate durch.  Und alle Menschen in meiner Umgebung fühlten sich dazu berufen, mich zu fragen, was sie denn hätte und warum ich sie nicht beruhigen kann und  gaben mir Tipps, die nicht halfen und mich mit dem Gefühl zurückließen, ich hättee total versagt und es sei meine Schuld.

Und dann fing ich an zu lesen und ich wurde ruhiger und selbstsicherer und erfahrener. Und mit der Erfahrung und dem Wissen kam auch die Intuition, auf die ich nun hören kann.

Mit all der Erfahrung kam auch das Interesse an Neurowissenschaft, Pädagogik und Psychologie. An verschiedenen Ansätzen und Konzepten. Mir macht es Spaß Literatur rund um das Thema Kind zu lesen. Es inspiriert mich und hilft mir, mein Handeln zu reflektieren und bewusst mit meinen Minis umzugehen und sie so zu erziehen, wie ich sie erziehen möchte.

Ob Schreikind oder Trotzphase – Erziehungsratgeber sollten das WARUM erklären und Kinder nicht zu Tyrannen erklären

Ich empfehle dir Bücher über Kinder und keine Bedienungsanleitungen. Ich mag nämlich keine Erziehungsratgeber, die mir versuchen eine Bedienungsanleitung für mein Kind zu verkaufen. Ich lese Bücher, die mir das WARUM aufzeigen. Die mir helfen eine noch liebevollere, geduldigere Mama zu werden. Deshalb überprüfe ich jedes Buch gleich zu Beginn darauf, welches Kinderbild der Autor hat. Hat er einen liebevollen Blick auf unsere Minis oder sieht er in ihnen kleine Tyrannen, die ihre Eltern vor allem manipulieren wollen. Ratet mal, wann ich sofort aufhöre zu lesen! 😉 Deswegen habe ich vor allem einen Rat an dich in Sachen Elternratgeber.

Mein Rat für den Umgang mit Elternratgebern

Super wichtig bei Elternratgebern: Immer alles schön filtern!

  • Passt das zu euch als Familie?
  • Passt das zu deinen Werten und Erziehungsvorstellungen?
  • Passt das zu deinem Kind und zu dir als Persönlichkeit?
  • Fühlst du dich wohl mit den Ideen und Ansätzen?

Ob dein Kind nun bis zum fünften Lebensjahr bei dir im Familienbett schläft oder direkt nach der Geburt in seinem eigenen Zimmer – beides ist keine Voraussetzung dafür, dass aus Mini ein Serienkiller wird – egal was Elternratgeber behaupten.

Die MUST READs: Drei Elternbücher, die du lesen musst!

Bist du im Grunde eine Bauchgefühl-Mama und möchtest eigentlich keine Ratgeber lesen? Das ist vollkommen in Ordnung. Trotzdem habe ich hier drei Ratgeber, die einfach grandios sind. Auch für dich als Bauchgefühl-Mama und für alle anderen Mamas sowieso. Weil sie keine Bedienungsanleitung zu deinem Kind liefern wollen, sondern dir helfen das WARUM hinter bestimmten Situationen zu verstehen. Und du wirst einige Gedanken darin finden, die dich überraschen werden! Versprochen!

1) In Liebe wachsen: Liebevolle Erziehung für glückliche Familien von Carlos Gonzales

Ein wundervolles, warmes und treffendes Buch! Dr. Carlos Gonzales ist katalanischer Kinderarzt und Botschafter der Kinder. Er führt uns Eltern den Spiegel vor, zeigt ironisch und witzig wie scheinheilig wir Eltern oft sind. Ich habe mich oft ertappt gefühlt, wie z.B. bei Abschnitten wie diesem: „Wir behaupten, dass wir selbständige Kinder erziehen wollen. […] Tatsächlich wollen wir jedoch Kinder, die selbständig sind und dabei genau das machen, was wir ihnen sagen, oder noch besser, die unsere Gedanken erraten und das tun, was wir wollen, ohne dass wir ihnen irgendetwas zu sagen brauchen. So werden alle sehen, dass wir sehr gute Eltern sind und ihnen viel Freiheit lassen und dass wir nicht einmal Befehle erteilen.“

Dr. Gonzales erklärt, warum Kinder so sind, wie sie sind: Warum sie lieber bei Mama und Papa schlafen, permanent auf den Arm ihrer Eltern wollen und eifersüchtig auf Geschwister sind. Super Interessant ist auch das Kapitel indem Gonzales die üblichen Erziehungsratschläge wie Grenzen setzen, Auszeit, und Schlaftraining analysiert und zeigt, dass sie nicht nur nichts bringen, sondern  unseren Kindern sogar schaden!

2) Achtsame Kommunikation mit Kindern: Zwölf revolutionäre Strategien aus der Hirnforschung für die gesunde Entwicklung des Kindes von Daniel Siegel und Tina Bryson

Wieso haben Kinder nur diese unbändigen, monströsen Wutanfälle? Wieso drehen unsere Minis durch, wenn die Brezel leicht angebrochen ist, der Teller die falsche Farbe hat oder Papa zum Abendessen die falsche Nudelform gekocht hat? Der Neurowissenschaftler Daniel Siegel und die Erziehungsexpertin Tina Bryson zeigen anhand von Ergebnisse aus der Gehirnforschung, dass unsere Minis das nicht tun, weil sie uns Eltern  tyrannisieren wollen oder ihre Grenzen austesten wolle, sondern weil sie ihr Gehirn noch in der Entwicklung befindet und die einzelnen Gehirnteile noch nicht ausreichend mit einander verbunden sind. Doch die Ausführungen der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse sind lange nicht alles, was du in diesem Buch finden wirst. Der Mehrwert liegt in den praktischen Tipps, die Siegel und Bryson geben. Sie zeigen, wie du Wutanfälle, Streit und Angst liebevoll begleiten kannst und geben praktische Vorschläge, wie du diese Stresssituation nutzen kannst, um die Gehirnentwicklung deines Kindes zu unterstützen. 

3) Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung von Alfie Kohn

Ein Buch mit vielen AHA-Momenten! Thematisch ähnelt es stark meiner ersten Buchempfehlung, ist aber noch praktischer ausgelegt und hat mir klar gemacht, dass eine Erziehung über Lob und Belohnung genauso negative Folgen haben kann, wie über Auszeiten und andere, gesellschaftlich anerkannte Formen von Bestrafung. Alfi Kohn zeigt, dass wir uns für unsere Kinder wünschen, dass sie glückliche, selbständige und liebevolle Menschen werden, sie aber so erziehen, dass sie lernen auf Befehle zu hören, fügsam zu sein und das zu tun, was WIR wollen. Kohn zeigt, wie wir unsere Kinder täglich mit Belohnungen erpressen und Lob dafür verwenden, sie so zu dressieren, dass sie genau das tun, was wir wollen. Ein Buch das aufwühlt, nachwirkt und zeigt, wie unfair wir manchmal mit unseren Kindern umgehen.

Das sind die absoluten MUST READs.

Die Wissenschaftlichen

Wenn du dich noch mehr in Bücher über Kinder vertiefen möchtest, dann empfehle ich dir diese nächsten drei Bücher, die auch wunderbar sind! Alle drei Bücher sind grundsätzlich auch für Bauchgefühlmoms geeignet – aber noch mehr für Moms, die sich weiter in die „Wissenschaft Kind“ vertiefen wollen. In ihnen erfährst du evoluationsbiologische Erklärungen zum Verhalten unserer Kinder und bekommst Einblicke in die neusten neurowissenschaftlichen Untersuchungen.  

1) Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt von Herbert Renz-Polster

Der Titel liefert schon den perfekten Klappentext für dieses Buch gleich mit! Der Kinderarzt und vierfache Vater Renz-Polster hilft Eltern das Verhalten ihrer Kinder zu verstehen, indem er aufzeigt, das genau dieses Verhalten aus der Sicht der Evaluation sinnvoll, ja sogar überlebenswichtig war! Er zeigt, dass die Evolution unsere Kinder mehrere tausende Jahre so geprägt hat, wie es für ihr Überleben sinnvoll war. Und dass viele Probleme, die Eltern heute mit ihren Kindern haben, deshalb entstehen, weil dieses evolutionäre Gepäck, das die Kleinen mitbringen, nicht mehr zu unserem modernen aber zum Teil unnatürlichen Lebensstil passt. Renz-Polster zeigt dass  es „Sinn“ macht, dass dein Kind nachts nicht alleine schlafe möchte und Süßigkeiten leckerer findet als seinen Brokkoli.

2) Brain Rules für Ihr Baby: Wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse helfen, dass Ihre Kinder schlau und glücklich werden von John Medina und Cathrine Hornung

Ich mag den Titel nicht. Er hat etwas von einer Anleitung für super ehrgeizige Eltern, die schon im Kindergarten wissen, an welcher Uni ihr Sprössling später Mal seine Doktorarbeit verteidigen muss. Aber den Inhalt des Buches mag ich! Der Entwicklungsbiologe John Medina zeigt, warum Fernsehen für das Gehirn von Kindern schädlich ist, warum es besser ist, sein Kind nicht dafür zu loben, dass es intelligent, sondern fleißig ist und wie Eltern bereits während der Schwangerschaft den Grundstein dazu legen können, dass aus Babys glückliche Erwachsene werden.

3) Der Klassiker : Baby-Jahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren von Remo H. Largo

DAS Standardwerk der Erziehungsliteratur und der Longseller, der immer noch die Bestsellerlisten der Erziehungsratgeber anführt! Der Schweizer Kinderarzt Remo H. Largo beschreibt die typischen Entwicklungsschritte unserer Kleinen in ihren ersten vier Jahren, schafft es gleichzeitig aber den Eltern zu vermitteln, wie Einmalig ihr Kind ist und wie individuell seine Entwicklung ist – ein scheinbarer Widerspruch, der in „Baby-Jahre“ wunderbar gelöst wird. Dieses Buch ist sehr wahrscheinlich keins, das du mit einem Cappuccino zur Entspannung lesen wirst. Es hat eher den Charakter einer Enzyklopädie, in die du immer mal wieder reinblättern kannst, um dir die Info zu holen, die du gerade brauchst.

Die Medizinischen

Kommen wir von der Seele zum Body. Die meisten von uns sind auf die gefühlt 20 Magen-Darm-Infekte und 53 Erkältungen pro Jahr nicht vorbereitet, die unsere Minis mit nach Hause bringen. Ganz zu schweigen von Seuchen, die Nicht-Eltern völlig unbekannt sind, wie Hand-Mund-Fuß & Co. Wie oft habe ich mir als Mama gewünscht, zumindest einen Grundkurs in Medizin zu haben, um abschätzen zu können: Ist es jetzt etwas ernsthaften, oder bin ich nur panisch.

Diese beiden Bücher zeigen dir, was du als Mama oder Papa selbst tun kannst, was du lassen solltest, wann du zum Arzt musst und wie schnell.

1) Das Geheimnis gesunder Kinder: Was Eltern tun und lassen können von Dr. med. Karella Easwaren

Ich bin ein Hypochonder. Nicht bei mir selbst – aber definitiv bei meinen Kindern. Das Buch von Dr. Karella Easwaren hat mich beruhigt, hat mir geholfen, gelassener mit der Kinderkrankheiten meiner Kleinen umzugehen. Sie zeigt dir, wie du nicht gleich in Sorge und Stress verfällst und liefert Antworten auf die häufigsten Fragen mit denen Eltern zu ihr kommen – vom Neugeboren bis zum Schulkind. Lediglich ihre Tipps zum Thema Schlaftraining kann ich nicht teilen.

2) Aus der Praxis einer Kinderärztin von Dr. med. Gisela Brehmer und Dr. med.  Barbara Beland

Wie gesagt, ich bin ein Hypochonder und hab mir deshalb ein Google-Verbot auferlegt. Denn immer wenn ich Symptome wie Erbrechen & Co eingebe, bekomme ich als Ergebnis nie einen normalen Magen-Darm-Infekt, sondern irgendwelche exotischen und meist unheilbaren Krankheiten diagnostiziert. Dieses Buch zeigt dir die Symptome, die Ursachen, den Verlauf und die Ansteckung der wichtigsten Kinderkrankheiten. Die beiden Kinderärztinnen beantworten Fragen wie: Woran lassen sich ernsthafte Erkrankungen erkennen? Wie kann man im Notfall erste Hilfe leisten? Wann ist ein Arztbesuch notwendig und wann kann man selbst etwas tun? 

Bestseller, die ich nicht empfehlen kann

Zum Schluss will ich dir noch ein paar Ratgeber auf die Liste schreiben, die immer wieder gerne empfohlen werden, also richtige Ratgeber-Bestseller, die mich persönlich aber nicht begeistert haben

1) Das kompetente Kind von Jasper Juul

Ich weiß, gleich wird ein Aufschrei durch die Nation gehen: Der Klassiker von Jasper Juul hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ohne Zweifel hat der dänische Erziehungsexperte viel für die Veränderung der Kindererziehung getan und wunderbare Anstöße geliefert – aber mich hat er nicht beeindruckt. Vielleicht weil für mir der Grundsatz der Gleichwertigkeit von Kind und Eltern schon selbstverständlich war, bevor ich Juuls Bestseller in die Hand nahm. Vielleicht aber machte es mir Juuls Art zu schreiben, das Lesen so schwer, dass ich mich durch das Buch irgendwie durchgequält habe. Wie auch immer: Das Buch war nichts für mich.

2) Oje, ich wachse! Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij, et al

Noch so ein hoch gelobtes Bestseller, dessen Hype ich nicht teile. Es ist so allgemein und schwammig formuliert wie ein Horoskop, dass ich als Mutter immer nur den Eindruck hatte: Irgendwie passt keine der Aussagen  zu meinem Kind und irgendwie passt doch wieder alles. Aus meiner Sicht, ist das viel zu wenig, um auf Amazon über 1.000 positive Bewertungen zu bekommen. Ich konnte aus diesem Buch nichts Hilfreiches und Praktischen für meinen Mom-Alltag ziehen.

3) Jedes Kind kann schlafen lernen von Annette Kast-Zahn und Hartmunt Morgenroth

Immer noch ein Bestseller. Zum Glück gibt es aber mittlerweile einige Ärzte und Forscher, die vor den Ideen und Thesen in diesem Buch warnen. Aus meiner Sicht ist das Buch zu Recht sehr umstritten!    Zum einen, weil es ein hohles Versprechen abgibt („JEDES Kind kann schlafen lernen“-> stimmt einfach nicht!), zum anderen weil die Autoren der Meinung sind, dass Babys absichtlich erbrechen, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen und dass man dieses Verhalten auf keinen Fall mit auf den Arm nehmen etc. belohnen sollte. Ein Buch, das mir als Mutter, meinen Instinkt abgewöhnen möchte, mein weinendes Kind auf den Arm zu nehmen, um es zu trösten und dass mir vorgaugelt, das sich mein Kind übergibt, nur um mich zu manipulieren, möchte ich nicht lesen.

Das waren 8 Bücher über Kinder, die ich YEAH! fand und 3 Ratgeber, die ich eher NÄHH! fand.

Und welches Buch hat dich begeistert oder deinen Alltag als Mama oder Papa verändert? Schreib uns einen Kommentar und teile deine Ratgeberlieblinge mit uns und den Lesern!

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